Welche Vorteile bietet die englische Naht?
Einer der Hauptvorteile dieser Naht gegenüber der Sattlernaht ist, dass sie nahezu fehlerfrei gelingt und kein spezielles Werkzeug erfordert.
Diese Technik ist besonders für folgende Situationen geeignet:
- Handnähen eines Reißverschlusses
- Schwer zugängliche Bereiche
- Wendenähte von Hand
- Verbinden von Leder und Stoff (praktisch bei weichen Materialien)
Das Erscheinungsbild der Naht unterscheidet sich je nach Seite:
Sie gilt als Ziernaht.
- Auf der einen Seite weist sie eine klassische Optik auf, Stich für Stich
- Auf der anderen Seite zeigt sich ein gedrehter Look, auch „Kordel-Optik“ genannt
Sie können die sichtbare Seite je nach Projekt wählen. Hier haben wir die „Kordel-Optik“ auf der Rückseite und die „Stich-für-Stich-Optik“ auf der Vorderseite realisiert.
Achtung: Wenn der Stich mit „Kordel-Effekt“ auf der Narbenseite (der sichtbaren Seite Ihrer Kreation) ausgeführt wird, ist die Naht anfälliger für äußere Einflüsse (insbesondere Reibung).

Die verschiedenen Varianten
Die englische Naht wird mit einem Faden und einer Nadel ausgeführt. Die Stichlöcher können mit einem runden Locheisen von 1 mm Ø (für eine gerade Optik) oder mit Stechahle und einem Rautenahle (für eine schrägere Optik, ähnlich der Sattlernaht) vorbereitet werden.

👉 Sehen Sie sich die Technik im Video an!
1. Faden vorbereiten
Schneiden Sie ein Stück gewachstes Leinen- oder geflochtenes Polyestergarn ab. Wenn Sie Leinengarn verwenden: wachsen Sie es mit Bienenwachs (3-mal durchziehen, dann abwischen).
LEITFADEN: WELCHES GARN UND WELCHE NADEL WÄHLEN?
Machen Sie einen Knoten an einem der Fadenenden:
- Bilden Sie eine Schlaufe, indem Sie den Faden umlegen.
- Führen Sie das Fadenende zweimal durch die Schlaufe.
- Ziehen Sie fest, um den Knoten zu sichern.
- Schneiden Sie die Schlaufe am Knoten ab, ebenso wie überstehenden Faden, und verschmelzen Sie die Enden leicht (nur bei Polyestergarn).
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Fädeln Sie am anderen Ende eine Nadel ein:
- Stechen Sie den Faden etwa eine Nadellänge vom Ende entfernt durch und führen Sie ihn dann zweimal durch.
- Drücken Sie das Fadenende leicht flach und ziehen Sie es durch das Nadelöhr.
- Ziehen Sie am langen Fadenabschnitt Richtung Öhr, um den Knoten zu bilden, der die Nadel fixiert.
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2. Stichlöcher stechen
Es gibt zwei Möglichkeiten:
Variante gerade Stiche:
Stechen Sie die Löcher mit einem Locheisen von 1 mm Ø.
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Variante schräge Stiche:
Markieren Sie die Stiche mit einem Stecheisen und stechen Sie dann mit einer Rautenahle durch.
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3. Mit der englischen Naht nähen
Beginnen Sie die Naht, indem Sie die Nadel durch das zweite Loch führen, entweder von der Rückseite oder Vorderseite des Leders, je nach gewünschtem Ergebnis.
Um einen „Kordel-Effekt“ auf der Rückseite zu erzielen, platzieren Sie den Knoten auf der Rückseite des Leders.

Führen Sie dann die Nadel durch das erste Loch auf der Vorderseite des Leders.

Wiederholen Sie anschließend folgende Bewegung:
➡️ zwei Löcher vorwärts, dann ein Loch zurück


Verwenden Sie eine Rautenahle, um einen schrägen Stich zu erhalten (bei der Variante mit markierten Stecheisen).
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Fahren Sie so bis zum Ende der Naht fort. Achten Sie darauf, die Fadenschlaufe stets nach unten zu halten und die Nadel von oben durch die Naht zu führen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.
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4. Naht beenden
Am Ende haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Drei Stiche zurücknähen
- Einen Knoten machen, indem Sie die Nadel durch den Faden des vorherigen Stiches führen

Verschmelzen Sie die Enden, falls Sie Polyestergarn verwendet haben.
Sie haben Ihre englische Naht fertiggestellt! ✨

Ein Tutorial zum Üben!
Entdecken Sie das Tutorial zum Nähen einer transparenten Kosmetiktasche aus Leder und PVC. Diese Tasche wird mit der englischen Naht genäht, ideal zum Üben.


























